Unser großer Tag: kirchliche Hochzeit und Feier

Der große Tag, endlich ist er da! Wir konnten diesen Tag kaum noch erwarten. Als wir vor über einem Jahr mit der Planung unserer Hochzeit angefangen hatten, schien der Tag soweit weg zu sein und kaum zu greifen. Aber je weiter wir in der Planung voran kamen desto mehr Zeit verging und mit einem Mal ist der Tag greifbar da. Irgendwie ganz plötzlich und unerwartet, obwohl wir so daraufhin gefiebert hatten. Wir haben diesen Tag in großer Vorfreude erwartet, hatten viel Zeit und Mühe in die Planung gesteckt. Es steckte in jedem Planungsschritt viel liebe zum Detail, denn wir wollten nichts dem Zufall überlassen. Als wir mit der Planung angefangen hatten, hatten wir nur eine grobe Vorstellung und Ahnung dessen was wir wollten und je mehr Energie und Zeit wir rein gesteckt hatten desto deutlicher wurde das Bild. Und mit einem Mal waren die einzelnen Puzzelteile keine Einzelteile mehr, sondern ergaben ein großes und ganzes Bild. Ein Bild, ein Tag auf den wir uns sehr gefreut haben. Alle Puzzelteile ergaben einen Tag. Einen unvergesslichen und für uns wunderschöner Tag.

 

Der große Tag ist gekommen. Morgens um kurz 6 klingelt der Wecker erbarmungslos. Geschlafen haben wir wie Steine. Bis der Wecker geklingelt hat. Es heißt aufstehen, sich waschen und anziehen. Katharina wird bald hier sein um mich abzuholen. Um 7 müssen wir beim Friseur sein, der uns die Haare macht. Pünktlich kommt Katharina mit ihrem Renn-Mini angerast um mich abzuholen. Zum Glück musste ich an dem Morgen nicht fahren. Ich glaube ich hätte nicht einmal mehr gewusst wie man überhaupt Auto fährt. Auf dem Weg nach Tuttlingen offenbart mir Katharina, dass sie schon am Morgen ihre Connections hatte spielen lassen und uns frische Brezeln besorgt hat. Tee und Sekt hat sie auch schon dabei. Die idealen Voraussetzungen um in den langen Tag zu starten. 

 

Annika und Miriam erwarten uns schon beim Friseur und treten gleich in Aktion, damit wir eine Stunde später bei Sarah, der Kosmetikerin sein können. Die Stunde vergeht wie im Flug. Es wird geglättet, gesteckt, tupiert und gesprüht. Die Frisur soll schließlich den ganzen Tag lang halten und nichts soll verrutschen. Zwischendurch hatten wir das Gefühl vor lauter Harrspray nichts mehr zusehen. Etwas mehr als eine Stunde später sitzen wir wieder in Katharinas Renn-Mini und auf dem Weg zur Kosmetikerin. In der Zwischenzeit hatte es angefangen zu regnen. So ein Mist! Was wird aus unserer Fotolocation und dem Musikzug, denke ich mir. Na ja, wenn's regnet dann regnet's und wenn nicht dann nicht. Ändern können wir so wie so nichts. An jedem anderen Tag hätte ich mich darüber aufgeregt, aber an unseren Hochzeitstag war es mir irgendwie egal. Ändern hätten wir es eh nicht können.

 

Beim Gradmann erwartet Sarah uns bereits und auch bereit gleich ihr Werk zu vollbringen. Eine halbe Stunde später und mit Verzögerung in unserem gesamten Tagesablauf, sitzen wir wieder in Katharinas Renn-Mini wieder auf dem Weg nach Rietheim. Das beruhigende am eigenen Hochzeitstag ist: Es fängt nichts ohne einen selbst an. Also kein Stress und vor allem keine Panik schieben. Bei meinen Eltern in Rietheim wurden wir schon mit einem herrlichen Frühstück erwartet und alle waren sie schon da: meine Eltern, Oma, Opa, Gertrud, etc. Wider erwarten hatte ich zu diesem Zeitpunkt doch etwas Hunger und konnte tatsächlich trotz Nervosität etwas essen. Irgendwie war diese Nervosität etwas anders als 2 Tage zuvor bei der standesamtlichen Trauung. Man hat eigentlich mehr das Gefühl als ob einen eine tiefe Ruhe ergreift. Man denkt sich es kommt wie es kommt und man hat es einfach nicht in der Hand wie es kommt.

 

In der Zwischenzeit ist Ralf auch aufgestanden und hat sich auf den Weg nach Weilheim gemacht um seinen Hochzeitsanzug abzuholen. In Weilheim erwartete auch ihn ein Frühstück, das er gerne vertilgt hat. Zu Hause war der Kühlschrank leer, weil wir 2 Tage später auf Hochzeitsreise gingen. Nach dem Frühstück hat er sich dann auf den Weg nach Wurmlingen gemacht um seinen Pflichten als Bräutigam zu walten: den Brautstrauß und den Anstecker abholen, sowie den Strauß für meine Trauzeugin Katharina und den Anstecker für seinen Trauzeugen Martin. Schließlich sollten alle sehen, wer uns an dem Tag nicht von der Seite weicht. Das war auch die einzige Aufgabe an diesem Tag, die er zu erledigen hatte. In Rietheim erwartete ihn schon mein Bruder Jens. Zusammen wollten sie sich beim Anziehen unterstützen. Ich glaube Ralf war an dem Tag ganz froh, dass er keine Krawatte binden musste ;-) Katja hatte für Ralf die Jahrgänger übernommen.

 

Nach dem leckeren Frühstück machten Katharina und ich uns auf den Weg uns umzuziehen. Zum Glück war Gertrud gekommen um zu helfen. Die Mama selbst war viel zu aufgeregt und die Zeit drängte. Ralf würde jeden Augenblick vor der Tür stehen um mich für unseren Fototermin abzuholen. Umgezogen waren wir Mädels schnell, aber das Kleid musste ja wieder hergerichtet werden und das hat ein wenig gedauert. Gertrud mit ihren fachmännischen Hände hatte, aber alles im Griff. Und schon klingelte es an der Haustür....

 

Ralf, der ausnahmsweise mal pünktlich ist ;-) steht vor der Türe und ist bereit mich abzuholen. Natürlich wurde auch er von allen Seiten bestaunt. Gut sah er aus in seinem Anzug. Nun soll der entscheidende Augenblick für ihn kommen. Monatelang wollte er wissen wie das Kleid auszieht. Er hat jeden gefragt von dem er dachte, dass er es wissen könnte, aber keiner hatte ihm etwas verraten. Er hatte schon etwas bedenken, ob ihm das Kleid gefallen könnte. Als er mich dann aber gesehen hatte war er ganz hinweg weg. "Du siehst aus wie eine Prinzessin." 

 

Wenige Minuten später, nachdem auch ich bestaunt wurde, saßen wir im Auto auf dem Weg ins Freilicht Museum nach Neuhausen ob Eck. In der Zwischenzeit hatte es tatsächlich aufgehört zu regnen und die Sonne schien aus allen Löchern. In Neuhausen hatte es zum Glück nicht einen Tropfen geregnet gehabt an dem Morgen. Es war einfach herrlich. Wir waren fast alleine im Museum und konnten an unseren Lieblingsplätzen tolle und wunderschöne Bilder machen. Die Zeit verging wie im Flug. Null-Komma-Nix waren die 1,5 bis 2 Stunden, die wir die Bilder angesetzt hatten rum. 

 

Wieder in Rietheim angekommen, gab es zur Stärkung für alle einen Fleischkäswecken. Der Albtraum einer jeden Braut - das schöne weiße Kleid mit einem Ketchup- oder Senffleck. Ich hatte mich, aber abgedeckt und den Teller so gehalten, dass nichts passieren konnte. Das muss wohl lustig ausgesehen haben. Während wir beim Fototermin waren, hatte mein Papa Ralfs Pilgerfreund Julien vom Bahnhof abgeholt. Die Wiedersehensfreude der beiden war groß und es hatte uns sehr gefreut als er uns damals die Zusage geschickt hatte. Und die Zeit drängte schon wieder: wir mussten zu uns nach Hause und die ersten Musiker und Musikerinnen vom Musikzug begrüßen. Um spätestens kurz nach 14 Uhr wollten wir zusammen mit dem Musikzug und unseren Gästen in die Kirche laufen. Beide Musikvereine waren fast vollzählig und viele Verwandte und Freunde erwiesen uns die Ehre und sind mit uns zur Kirche gelaufen. Es war ein ganz besonderer Moment für uns beide als der Musikzug sich in Bewegung setzte und wir in Richtung Kirche zogen. Viele Menschen entlang der Strecke haben zum Fenster rausgeschaut. Schließlich war es schon eine Weile her, dass ein Musikzug durch Rietheim zog. Mit Marschmusik ging es zur Kirche. Wir waren viel zu früh dort. Ralf hatte etwas Panik geschoben, dass wir zu spät kommen könnten. So hatten wir wenigsten etwas Zeit zum durchatmen bevor die Trauung losging.

 

Vor der Kirche erwarteten uns bereits Pfarrer Thiemann und Alex mit den letzten Anweisung bevor die Trauung anfing. Es war schön noch ein paar Momente der Ruhe zu haben bevor wir vor den Traualtar traten. Die Kirche war voll. Wir waren überwältigt wie viele Leute gekommen waren, um mit uns unseren schönsten Tag zu feiern. Wir hatten beide nicht gedacht, dass die Kirche so voll wird. Pünktlich um halb 3 ging die Kirche los. Ralfs Freunde vom Posaunenquartett spielten zu unserem Einzug und die Zeremonie begann. Es war eine sehr kurzweilige Trauung und eine Trauung die auf uns zugeschnitten war. Wir hatten die persönliche Trauung, die wir uns gewünscht hatten. Es gab auch einiges zu lachen. Alex hatte eine lustige und schöne Predigt gehalten. Jetzt wissen alle wie es bei Kupferschmids daheim zugeht ;-) Es war eine sehr bewegende Trauung. Wir waren sehr gerührt mit wie viel Engagement die beiden Pfarrer sowie unsere anderen Akteure dabei waren. Wie schnell eine Stunde vorbei sein kann wussten wir gar nicht bis zu diesem Tag.

 

Draußen vor der Kirche wartete eine Überraschung auf uns. Die Musiker und Musikerinnen standen mit ihren Instrumenten Spalier und unsere Freunde aus dem Tanzkreis hatten sich auch dazu gestellt. Von Familie Ritter wurden wir mit einem Blumenregen übergossen. Es war sehr schön und wir haben mit der Sonne um die Wette gestrahlt. Wie es sich für eine Musikerhochzeit gehört, sind wir mit dem Musikzug in Richtung Gemeindehalle gezogen wo der Sektempfang und die Feier stattfinden sollte. Wir waren einfach überwältigt was Jasmin zusammen mit den Bedienungen gezaubert hatte. Es sah einfach nur toll und einladend aus. Wir hatten uns an einem schattigen Platz postiert um die vielen Gratulationen entgegen zunehmen. Wir waren gerührt wer alles an uns gedachte und zur Trauung gekommen war. Es war ein schönes Gefühl zusehen, dass wir vielen Menschen sehr wichtig sind. Im Hintergrund spielten abwechselnd das Posaunenquartett und die Musikvereine. Leider haben wir davon nicht so viel mitbekommen, hoffen aber, dass es unseren Gästen gefallen hat. Beim Sektempfang selbst hatten wir lediglich ein Glassekt und ein Teilchen. Wir waren einfach viel zu beschäftigt um uns mit allen zu unterhalten. Durst und Hunger hatten wir zudem Zeitpunkt eigentlich keinen.

 

Und allmählich ging der Mittag langsam in den Abend über, sodass es Zeit wurde die Halle für unsere geladenen Gäste zu öffnen. In der Zwischenzeit hatten wir erfahren, dass die Tische so eingedeckt waren wie wir es uns ursprünglich vorgestellt hatten. Der Ärger vom vorherigen Tag war auch schon längst verflogen. Um die Halle zu öffnen hatten wir uns überlegt Gruppenfotos mit unseren Gästen zu machen, damit wir auch später eine Erinnerung daran haben, wer alles mit uns gefeiert hatte. Den Anfang machte der Brauttisch. Sie sollten die übrigen Gäste in der Halle in Empfang nehmen und dafür sorgen, dass alles rund läuft. Jens und Martin waren damit beschäftigt die Leute für die einzelnen Bilder zusammen zusuchen. Was im einzelnen alles an dem Tag im Hintergrund lief werden wir erst später erfahren. Nach und nach füllt sich die Halle, so dass wir das Schlusslicht bildeten und die Feierlichkeiten losgehen konnten. Ich hatte gar nicht mitbekommen, dass die Band mittlerweile auch schon eingetroffen war und Stellung bezogen hatte.

 

Die Feierlichkeiten konnten losgehen. Ralf hielt seine Rede und auch mein Vater. Es waren beides sehr schöne Reden. Leider bekommen wir den zeitlichen Ablauf nicht mehr ganz so hin .... Der Abend verging wie im Flug. Es wurde gegessen, getrunken, gelacht und viel getanzt. Wir waren sehr angetan von dem Büffet und dem Essen. Es war alles so toll hergerichtet und sah einfach zum Anbeißen aus. Wir hätten uns nie träumen lassen, dass es so toll aussehen und schmecken würde. Es war eigentlich fast zu schade um gegessen zu werden. Hunger hatten wir irgendwie immer noch nicht wirklich. Wahrscheinlich lag das an den Endorphinen und dem Adrenalin. Eine Sache stand uns noch bevor, vor der ich den meisten Respekt hatte - dem Hochzeitstanz. Zwischen der Hauptspeise und dem Nachtisch wollten wir es hinter uns bringen. Ich für meinen Teil wollte es hinter mich bringen. Ralf sah dem ganzen gelassen entgegen - gelernt ist gelernt. Irgendwann war der Zeitpunkt gekommen und es gab kein Entkommen mehr für mich. Die Band spielte die ersten Takte unseres Liedes und schon ging es los. Als wir zeigen wollten was wir in knapp 2 Jahren Tanzunterricht gelernt hatten blieb ich in meinem Kleid hängen. Also beließen wir es beim Grundschritt und irgendwie wollte das Lied kein Ende nehmen. Als die letzten Takte verklungen waren war ich froh, dass wir es hinter uns gebrachten hatten. Na ja, so schlimm war es dann doch nicht, aber irgendwie geschafft. Zur Belohnung gab es für uns beide die Hochzeitstorte. Die sah einfach toll aus. Wir konnten uns überhaupt nicht vorstellen wie sie aussehen wird, aber sie hat dennoch all unsere Erwartungen übertroffen.

 

Nachdem der offizielle Teil durch war, wurde ausgiebig getanzt und einige unserer Freunde hatten noch das ein oder andere Spiel vorbereitet. Es hat uns sehr gefreut, dass sich einige von euch so viele Gedanken gemacht haben womit ihr uns eine Freude machen könnt. Schön waren am Ende des Abends die Luftballons, die in den Himmel gestiegen sind. Und so vergingen die Stunden wirklich wie im Flug. Nach und nach verabschiedeten sich die ersten Gäste. Den letzten haben wir morgens um kurz nach 4 verabschiedet. Es war eine wirklich tolle Hochzeit. Noch kurz die letzten Handgriffe angelegt und dann sind wir selbst auch heimgegangen. Ich glaube wir waren kurz nach halb 5 in unserer Wohnung. Eigentlich wollten wir die paar Meter von der Halle bis zur Wohnung heimlaufen, doch wir waren zu müde und die Füße taten uns weh. Zu Hause angekommen, wartete noch eine kleine Überraschung auf uns. Mehr wird nicht verraten ... nur soviel: wir waren im siebten Himmel...

 

Wir hatten einen traumhaften und unvergesslichen Tag!

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